Nach Polens Beitritt in die Europäische Union war das Land größeren Veränderungen ausgesetzt: infrastrukturellen, wirtschaftlichen und sozialen Transformationen. Da das Dorf für mich von besonderem Interesse war, entschied ich mich 2004, zu zeigen, wie es sich mit Blick auf die Geldflüsse und Gesetzesänderungen veränderte.
2008 waren die Änderungen im polnischen Dorf bereits sichtbar. Modernisierungen machten die Arbeit der Bauern leichter, führten aber auch dazu, dass mehr und mehr Menschen in die großen Städte abwanderten. Die alltägliche Arbeit, bisher hauptsächlich von der Natur bestimmt, wird heute von Gesetzen reguliert. → [...] Was mich allerdings beim Beobachten dieses Lebens tief beeindruckt hat, war dass die Mentalität der Menschen sich trotz aller Veränderung nicht wandelte. Ich war völlig fasziniert von der Arbeitsweise der Bauern, von ihrem tiefen Respekt für die Natur, und für das Land, das sie bebauen. → Ursprünglich sollte es in meinem Projekt um die Darstellung der Veränderung im dörflichen Leben in Polen gehen, aber die Idee reifte in meinem Kopf immer weiter aus, und letztlich porträtierte ich dann Individuen. Die Veränderung greift weiter um sich, aber in den Fotografien ist das nicht sichtbar. Die Individuen, und ihre ganz besondere Einstellung zur Erde wurde zum Fokus meiner Arbeit. ‹Karczeby› fängt die gleichbleibende Mentalität der Menschen ein, im Angesicht ständiger Veränderung. Im Ende geht es bei dieser Arbeit um das menschliche Sein. [...]
