ARION KUDÁSZ

Gábor Arion Kudász wurde 1978 in Budapest geboren, wo er auch lebt und arbeitet. Seine Arbeit umfasst dokumentarische und inszenierte Fotografie, hauptsächlich in Langzeitprojekten mit Schwerpunkt auf der Erkundung städtischer Entwicklung, Umweltthemen und industrieller Landschaften. Sein Studium der Fotografie beendete er 2003 mit einem Master-Abschluss an der Moholy Nagy Universität für Kunst und Design, wo er seitdem auch
in Teilzeit unterrichtet. Seit 2007 bereitet er sich am MOME auf seine Promotion vor. Arion hat bereits zweimal das József Pécsi Stipendium erhalten, und zwar 2004 und 2007. 2010 wurde er zur Teilnahme an dem Projekt ‹European Eyes on Japan / Japan Today› eingeladen; im gleichen Jahr erhielt er den Márciusi Ifjak – Preis der ungarischen Republik. Seine Arbeiten waren Teil von Gemeinschaftsausstellungen an so unterschiedlichen Orten wie dem Musée de L'Elysée, dem Neuen Berliner Kunstverein, der Aperture Gallery und auf Festivals von Lodz bis Pingyao.


www.arionkudasz.com

Download PDF
kudasz
Reisen ohne sich zu bewegen

Landkarten sind wunderschöne und ziemlich irreführende Abstraktionen der Landschaften, die sich völlig anders darstellen wenn ich mitten drin stehe, und sie durch den Sucher anschaue. Das finde ich verblüffend, da doch heute die meisten Landkarten auf der Basis von Fotografien hergestellt werden, oder aber die Daten der Landkarte fotografisch visualisiert werden.Wenn ich das Wort Map bei
Wikipedia nachschlage, bin ich völlig überrascht, etwas meiner Vorstellung von Landschaftsfotografie so nahe kommendes zu finden. Beginnend mit meiner Diplomarbeit von 2003, haben Landkarten eine Schlüsselrolle in der Formulierung von Projektkonzepten übernommen [...]. Ich möchte über die Ideen hinter meiner Arbeit sprechen, und dies durch drei Projekte illustrieren: Transit (2002 – 2003), Green Area (2004 – 2005) und eine kürzlich in Japan entstandene Arbeit, Bonsai Land (2010). Diesen Projekten gemeinsam ist, dass sie eine abstrakte Idee durch einen Spaziergang in der Landschaft erklären. Geplant wurden diese Projekte auf der Basis von vorgefassten Vorstellungen und visuellen Konstellationen, die ich beim Studium von Landkarten der Gegend entdeckt hatte. [...]
Diese Arbeitsmethode führte mich dazu, Landkarten als kodierte Erzählungen zu interpretieren, oder, andersherum, das Erzählen von Geschichten als die Herstellung einer Landkarte zu betrachten. [...]

 

kudasz1
Arion Kudász, ‹Bonsailand›, 2010