PEPA HRISTOVA
Pepa Hristova, geboren 1977 in Sevlieno, Bulgarien lebt und arbeitet heute in Hamburg und Berlin. Sie studierte Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Fotografie bei Prof. Ute Mahler an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Hamburg. → Pepa Hristova hat an zahlreichen Serien über Osteuropa gearbeitet: sie fotografierte die muslimisch-türkische Minderheit in Bulgarien und albanische Frauen, die aufgrund eines uralten Ritus in einer männlichen Identität leben.
→ Die Fotografin ist Mitglied der Agentur Ostkreuz, 2009 erhielt sie den Otto-Steinert-Preis für subjektive Fotografie, 2010 unter anderem das Grenzgänger Stipendium der Robert Bosch Stiftung.
www.pepahristova.com
→ Download PDF
Abstract
In meiner Fotografie beschäftige ich mich durchgängig mit Fragen der Identität. Als in Deutschland lebende Bulgarin interessieren mich besonders gesellschaftliche Erscheinungen, die sich den westeuropäischen Wertevorstellungen entziehen sowie das Thema Identitätsverlust. Ich suche häufig nach Fragestellungen, die sich mit dem Land, in dem ich geboren wurde, oder mit der Region beschäftigen. Auf diese Weise setze ich mich mit meinen Wurzeln auseinander. Die im Ausland gewonnene Distanz hat mir dabei den Blick geöffnet für Themen und Probleme in Bezug auf meine Herkunft, für die ich früher blind gewesen bin. → Meine Fotografie konzentriert sich auf das Wesen und die Gefühlswelt der Abgebildeten, deren Befindlichkeit ich in meinen Bildern so darzustellen versuche, wie ich sie subjektiv erlebe. Bewusst bewege ich mich mit meiner Fotografie zwischen unterschiedlichen Genres. Momentaufnahmen wechseln sich ab mit klaren Inszenierungen, Bilder aus Familienalben mischen sich dazwischen, weil sie genau den Zustand verstärken, den ich zeigen möchte. Alles findet in einem politisch-sozialen Kontext statt, mit dem ich mich emotional auseinandersetze und den ich in einer mehrschichtigen Form fotografisch erzählen möchte.
Pepa Hristova, Fremde im eigenen Land