Bis vor kurzem waren die einzigen tschechischen Fotografen, die jemals international Anerkennung erhalten hatten, die schon lang verstorbenen Klassiker František Drtikol, Josef Sudek, Jaromír Funke, und Jaroslav Rössler und – mit Ausnahme von Jan Saudek – eine kleine Handvoll von Fotografen, die es während ihrer Emigration geschafft hatten, also Josef Koudelka, Antonín Kratochvíl, und Jitka Hanzlová. Ein Teil der noch in Tschechien lebenden Fotografen erlebte eine begrenzte Periode der Bekanntheit als nach dem Fall der Berliner Mauer für kurze Zeit das Interesse an der Kunst der früheren kommunistischen Staaten erwachte, unter ihnen Ivan Pinkava, Václav Jirásek, Miro Švolík und Tono Stano; alle von ihnen sind heute in den frühen Fünfzigern. In letzter Zeit, allerdings, haben junge Studenten und neue Absolventen der sechs tschechischen Hochschulen mit fotografischen Schwerpunkten, also der Akademie der Darstellenden Künste, Prag, die Akademie der Künste, Architektur und Design, Prag, die Schlesische Universität, Opava, die Jan Evangelista Purkyně Universität, Ústí nad Labem, die Tomáš Bata Universität, Zlín, und neuerdings auch die Ostrava Universität – auf wichtigen Ausstellungen und Festivals von sich reden gemacht. Obwohl sich jede dieser Hochschulen anders orientiert, und sich sowohl in der Anzahl der Studenten und der Professoren und Dozenten unterscheidet, versucht doch jede von ihnen die tschechische Fotografie durch neue, ausdrucksstarke und kreative Fotografen zu bereichern.
