FB Gestaltung

FH Bielefeld
Lampingstraße 3
33615 Bielefeld
Partner:

M. G. Müller

Prof. Dr. Marion G. Müller
Jacobs University Bremen | School of Humanities and Social Sciences
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Pressefotografie aus zwischenschaftlicher Perspektive

Der Vortrag spannt den Bogen von den etymologischen Wurzeln des Bildbegriffs und ihren gegenwärtigen assoziativen Nachwirkungen bis zur Präzisierung von Forschungsfragen im konkreten Umfeld der Pressefotografie, die aus einer multidisziplinären Perspektive beleuchtet werden.

Bildforschung erfordert einerseits einen holistischen Blick, andererseits eine präzise Fragestellung. Diese wird durch den jeweiligen disziplinären Zugang zum Bild bestimmt. Die Bildwissenschaft gönnt sich zu selten den Luxus, ihre eigene Perspektive kritisch zu reflektieren. Am Beispiel des Bildgenres „Pressefotografie“ unternimmt der Vortrag den Versuch, Differenzen aber auch Gemeinsamkeiten unterschiedlicher Zugänge zur Bilderforschung, gleichsam zwischen den Wissenschaften, aufzuzeigen:

In kommunikationswissenschaftlicher Perspektive wird die Pressefotografie kontextualisiert und primär auf ihre Funktionen hin untersucht; bei der kunsthistorisch- ikonologischen Perspektive geht es um die Erforschung von Bildmotiven und ihren Bedeutungen; die Kognitionspsychologie interessiert sich für die Komplexität von Pressefotografien und untersucht bestimmte Wahrnehmungsmuster, während sich die Emotionspsychologie mit konkreten emotionalen Reaktionen auseinandersetzt. Eine technische Wissenschaft, wie etwa die Informatik, kommt ins Spiel, wenn es um die Archivierung, aber auch um das Retrieval von Pressefotografien geht. Kann es zwischen diesen diversen Disziplinen ein fruchtbares Wechselspiel, eine gemeinsame zwischenschaftliche Forschungsperspektive geben?