S. Holschbach
Dr. Susanne Holschbach
Kunst- und Medienwissenschaftlerin, Berlin
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Ordnungen des Fotoblogs – Kanalisierungsweisen in einer undisziplinierten Bildersammlung
Mit Photosharing-Plattformen wie Flickr hat sich in den letzten Jahren eine neue Form von Bildkommunikation entwickelt, die mit den herkömmlichen Kategorisierungen fotografischer Praxis nicht mehr zu fassen ist. Auch wenn die Themen und Genres der Knipser- und Amateurfotografie nach wie vor dominieren, diversifiziert sich die elektronische Bilderzirkulation inzwischen in eine unübersehbare Vielfalt von Kategorien und Gruppen, die alle erdenklichen technischen, ästhetischen, künstlerischen, sozialen, politischen Interessen abzubilden scheint. Die Bilderströme in dieser sich ständig neukonfigurierenden Fotosammlung werden durch unterschiedliche Verfahren gesteuert: angefangen mit den Filtereinstellung der Betreiber über die Verschlagwortung der ‚Uploader’ bis zur Moderierung von Gruppen durch ihre Initiatoren. Der Beitrag möchte das Spannungsfeld zwischen Disziplinierung und Grenzüberschreitung in der Bildkommunikation des Photosharing ausloten: Wie verhält sich etwa die Affirmation visueller Stereotypen durch Filter wie die der „Interestingness“ auf Seiten der Betreiber und Praktiken der „Favorisierung“ auf Seiten der User zu der rizhomatischen Ausdehnung thematischer Gruppen, die Bilder vereinen, die ‚außerhalb’ der Plattform in unterschiedliche Register wie künstlerische, dokumentarische, private Fotografie einsortiert würden? Was für generelle Schlüsse lassen sich schließlich aus der Beobachtung des Phänomens Flickr in Bezug auf Kontinuitäten und Transformationen des Fotografischen im Besonderen und die „Undisziplin“ der visuellen Kultur im Allgemeinen ziehen?
CV
Susanne Holschbach
Kunst- und Medienwissenschaftlerin, Berlin. Vertretungs- bzw. Gastprofessorin an der Kunsthochschule für Medien in Köln (2007) und an Kunsthochschule Berlin-Weißensee (2006/07), wissenschaftliche Assistentin an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (1998-2004). Arbeitsschwerpunkte: Mediengeschichte und -theorie der Fotografie, zeitgenössische Kunst und Medialität, Gender und visuelle Kultur.
Veröffentlichungen: Vom Ausdruck zur Pose. Theatralität und Weiblichkeit in der Fotografie des 19. Jahrhunderts, Berlin: Reimer Verlag 2006; Erblätterte Identitäten: Kunst – Mode – Zeitschrift, herausgegeben zusammen mit Antje Krause-Wahl und Katharina Ahr, Marburg: Jonas Verlag 2006; Herausgeberin des Themenmoduls Foto/Byte für das Onlineportal Medien Kunst Netz (www.medienkunstnetz.de); November 2005.
